„Kann ich mir die Website fördern lassen?“ höre ich in Erstgesprächen regelmäßig — meist, weil irgendwo im Netz noch „50 Prozent Zuschuss“ steht. Die ehrliche Antwort mit Stand September 2026: Für eine klassische Firmenwebsite gibt es in NRW aktuell keinen Zuschuss, den du einfach beantragen könntest. Digitalisierungsprogramme gibt es — aber die Website ist dort ausgeschlossen oder nur als Teil eines deutlich größeren Vorhabens denkbar.
Ich gehe hier die Programme durch, die für Betriebe im Sauerland und im Märkischen Kreis in Frage kommen, verlinke jeweils die offizielle Seite und zeige dir die Fallstricke. Wichtig: Förderprogramme ändern sich ständig. Alles hier ist Stand September 2026 — prüfe die Details vor einem Antrag immer direkt beim Fördergeber.
Gibt es 2026 einen Zuschuss speziell für die Website kleiner Unternehmen?
Nein — weder das Land NRW noch der Bund bieten mit Stand September 2026 ein Programm an, das eine Firmenwebsite als eigenständiges Projekt bezuschusst. Vier Wege bleiben, die ich dir einzeln zeige:
| Programm | Was gefördert wird | Website förderfähig? | Stand 09/2026 |
|---|---|---|---|
| MID-Digitalisierung (NRW) | Marktgängige digitale Produkte mit KI, AR/VR & Co. | Nur, wenn die Website selbst das Produkt ist | läuft, 2026–2029 |
| go-digital (Bund) | Früher Beratung und Umsetzung, auch Websites | — | ausgelaufen 31.12.2024 |
| BAFA Unternehmensberatung | Beratung, auch zur Digitalisierung | Nein, nur Beratung | läuft bis 31.12.2026 |
| KfW ERP-Förderkredit Innovation | Kredit für Innovationsvorhaben | Kredit, kein Zuschuss | läuft |
Was fördert MID-Digitalisierung in NRW 2026 — und warum fällt die Website raus?
MID-Digitalisierung fördert seit dem 1. Januar 2026 ausschließlich die Entwicklung oder Weiterentwicklung marktgängiger digitaler Produkte, Dienstleistungen und Produktionsverfahren auf Basis von Schlüsseltechnologien — unternehmensinterne Digitalisierungsmaßnahmen, zu denen eine Firmenwebsite zählt, sind aus der Förderung gestrichen. Die Eckdaten laut offiziellen Programmseite bei „Nordrhein-Westfalen fördert“ und SIHK zu Hagen:
- Antragsberechtigt: Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in NRW, alle Branchen.
- Förderung: Zuschuss von bis zu 15.000 Euro bei einer maximalen Förderquote von 50 Prozent; die SIHK nennt ein Mindestprojektvolumen von 8.000 Euro.
- Verfahren: zweistufig — Registrierung im Förderportal, monatliche Losziehung, danach 28 Tage Zeit für den eigentlichen Antrag. Abwicklung seit 2026 über die NRW.BANK.
- Zeitraum: Anträge sind vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2029 möglich.
- Harte Regel: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt und bewilligt sein.
Wann könnte deine Website trotzdem Teil eines MID-Projekts sein?
Nur dann, wenn die Website nicht dein Schaufenster ist, sondern selbst das digitale Produkt — etwa ein Kundenportal mit KI-gestützter Angebotsberechnung, das du am Markt anbietest. Planst du tatsächlich so ein Vorhaben, gehört die Website zum Gesamtprojekt, und wir sprechen eher über Automatisierung und Schnittstellen als über eine Präsenzseite.
Läuft go-digital vom Bund noch?
Nein. go-digital ist zum 31. Dezember 2024 ausgelaufen; neue Anträge sind nicht mehr möglich, und einen direkten Nachfolger vom Bund gibt es nicht. Der Projektträger hat das Ende in einer Meldung des Projektträgers bekanntgegeben — die Richtlinie lief Ende 2024 aus und wurde wegen der Haushaltslage nicht verlängert.
Trotzdem liefert die Suche nach „Website Förderung“ noch reihenweise Dienstleisterseiten, die mit go-digital und „50 Prozent Zuschuss“ werben. Schau auf so einer Seite aufs Datum — und prüfe den Stand beim BAFA.
Was bringt die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen für deine Website?
Die BAFA-Förderung bezahlt ausschließlich Beratung — nicht die Umsetzung. Sie richtet sich an KMU und deckt Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung ab; eine Digitalisierungsberatung kann dazugehören, das Bauen deiner Website nicht. Die aktuelle Richtlinie läuft laut BAFA bis 31. Dezember 2026, mit maximal fünf Beratungen pro Unternehmen in diesem Zeitraum. Wichtig: Mit der Beratung darfst du erst beginnen, nachdem du das Informationsschreiben vom BAFA erhalten hast. Förderquote und Höchstbetrag hängen von Region und Unternehmensalter ab — die konkreten Zahlen prüfst du auf der BAFA-Seite zur Förderung von Unternehmensberatungen.
Was deine Website kosten sollte, erfährst du auch ohne bezahlte Beratung: in Was kostet eine Website? und Webdesign-Kosten 2026.
Welche KfW-Kredite gibt es für Digitalisierung — und passen sie zu einer Website?
Die KfW fördert Digitalisierung über Kredite, nicht über Zuschüsse — und die Größenordnung passt nicht zu einer Firmenwebsite. Aktuell ist das der ERP-Förderkredit Innovation (Programm 513/514) für Innovationsvorhaben von Freiberuflern, Einzelunternehmern und KMU: Laufzeit zwei bis zehn Jahre, in der Basisstufe bis 7,5 Millionen Euro, ohne Mindestkreditbetrag, beantragt über deine Hausbank. Details in der KfW-Übersicht Innovation. Für eine Website zwischen 990 und 2.690 Euro einen Bankkredit mit Innovationsnachweis aufzusetzen, ergibt wirtschaftlich keinen Sinn.
Gibt es Angebote von IHK, Handwerkskammer oder dem Märkischen Kreis?
Einen eigenen Website-Zuschuss von SIHK, Handwerkskammer oder Kreis habe ich mit Stand September 2026 nicht gefunden. Was es gibt: Die SIHK zu Hagen, zuständig für den Märkischen Kreis, informiert auf ihrer Seite zu MID-Digitalisierung und nennt einen Ansprechpartner für Digitalisierungsförderung. Ob es darüber hinaus regionale Beratungsangebote gibt, prüfst du am besten direkt bei SIHK Hagen, Handwerkskammer Südwestfalen und der Wirtschaftsförderung des Märkischen Kreises.
Welche Fallstricke gibt es bei Website-Förderung?
Der größte Fallstrick ist die Reihenfolge: Antrag zuerst, Auftrag danach — wer umgekehrt handelt, verliert die Förderung. Dazu kommen:
- Eigenanteil: Bei 50 Prozent Förderquote zahlst du die Hälfte selbst — plus alles, was der Fördergeber nicht anerkennt.
- Losverfahren: Bei MID entscheidet monatlich das Los, ob du überhaupt einen Antrag stellen darfst. Planbar ist das nicht.
- Dienstleisterlisten: go-digital arbeitete mit autorisierten Beratungsunternehmen. Ich stand auf keiner solchen Liste — ich baue Websites, ich verwalte keine Anträge. Eine Listenpflicht schränkt deine Anbieterwahl ein.
- Mindestvolumen: Bei MID liegt es bei 8.000 Euro; eine typische Firmenwebsite kommt da gar nicht hin.
Ist die steuerliche Absetzbarkeit die bessere „Förderung“?
Für die meisten kleinen Betriebe ja — die Kosten deiner Website sind Betriebsausgaben und mindern deinen Gewinn, ohne Antrag, Los oder Wartezeit. Erstellung, Domain, Hosting und Pflege gehören dazu; ob du die Erstellung sofort oder über mehrere Jahre abschreibst, klärt dein Steuerberater. Wie das im Detail funktioniert: Website-Kosten steuerlich absetzen.
Rechnet sich der Förder-Aufwand für eine Website überhaupt?
Für eine Website in meiner Preisklasse in aller Regel nicht. Meine Festpreis-Pakete zwischen 990 und 2.690 Euro haben einen festen Umfang, genauer Preis nach kostenlosem Erstgespräch. Selbst mit passendem Zuschuss stünden der Ersparnis etliche Stunden für Recherche, Antrag, Nachweise und Wartezeit gegenüber — Stunden, die dir im Betrieb fehlen.
Mein Rat: Plane die Website als das, was sie ist — eine überschaubare Betriebsausgabe mit klarem Umfang. Wie ich Projekte für Betriebe in Kierspe, Lüdenscheid und dem Märkischen Kreis umsetze, liest du unter Website erstellen lassen in NRW; die fünf Schritte vom Erstgespräch bis zum Livegang stehen im Ablauf-Artikel.
FAQ: Häufige Fragen zur Website-Förderung
Gibt es 2026 einen Zuschuss nur für eine Firmenwebsite in NRW?
Nein. Nach meiner Recherche mit Stand September 2026 gibt es weder vom Land NRW noch vom Bund ein Programm, das eine klassische Firmenwebsite als eigenständiges Projekt bezuschusst. Das Landesprogramm MID-Digitalisierung fördert seit dem 1. Januar 2026 ausschließlich die Entwicklung marktgängiger digitaler Produkte auf Basis von Schlüsseltechnologien wie KI oder AR/VR; unternehmensinterne Digitalisierungsmaßnahmen sind aus der Förderung gestrichen. Das Bundesprogramm go-digital, das früher auch Websites abdeckte, ist zum 31. Dezember 2024 ausgelaufen. Die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen bezahlt Beratung, nicht Umsetzung. Und KfW-Programme sind Kredite, keine Zuschüsse. Wenn dir jemand einen „Website-Zuschuss“ verspricht, frag nach der offiziellen Richtlinie und dem Programmnamen — und prüfe beides selbst auf der Seite des Fördergebers, bevor du irgendetwas unterschreibst. Auch Kammern oder Wirtschaftsförderungen hatten nach meiner Recherche keinen eigenen Website-Zuschuss im Angebot.
Kann ich MID-Digitalisierung für meine neue Website nutzen?
In den allermeisten Fällen nicht. MID-Digitalisierung richtet sich seit 2026 an Projekte, bei denen ein neues digitales Produkt oder eine digitale Dienstleistung mit hohem Innovationspotenzial entsteht — zum Beispiel ein Chatbot, eine AR-Anwendung oder eine datengetriebene Plattform. Eine Website, die dein Unternehmen vorstellt und Anfragen einsammelt, ist eine unternehmensinterne Digitalisierungsmaßnahme und damit ausdrücklich nicht mehr förderfähig. Denkbar ist eine Förderung nur, wenn die Website selbst das Produkt ist, etwa ein Kundenportal mit KI-Funktion, das du am Markt anbietest. Dazu kommen ein Mindestprojektvolumen von 8.000 Euro, ein monatliches Losverfahren und die Regel, dass vor der Bewilligung nichts beauftragt werden darf. Für einen Handwerksbetrieb, eine Kanzlei oder ein Restaurant im Märkischen Kreis ist das in der Praxis selten der passende Weg. Frag im Zweifel bei der SIHK Hagen nach.
Läuft go-digital noch und kann ich es noch beantragen?
Nein. Das Bundesprogramm go-digital ist zum 31. Dezember 2024 ausgelaufen, weil die Förderrichtlinie nicht verlängert wurde. Neue Anträge sind seitdem nicht mehr möglich; lediglich bereits bewilligte Projekte durften 2025 noch abgeschlossen und abgerechnet werden. Einen direkten Nachfolger auf Bundesebene gibt es mit Stand September 2026 nicht — der Bund verweist auf die Programme der Länder, auf die Mittelstand-Digital-Zentren und auf die KfW. Trotzdem findest du im Netz noch viele Dienstleisterseiten, die mit „go-digital-autorisiert“ oder „bis zu 50 Prozent Zuschuss auf deine Website“ werben. Diese Angaben sind veraltet. Wer dir heute noch go-digital als Förderweg für deine Website anbietet, hat seine Seite entweder lange nicht aktualisiert oder nutzt den bekannten Namen bewusst als Köder. Prüfe den aktuellen Stand immer direkt beim BAFA oder beim Projektträger.
Muss der Förderantrag wirklich vor der Beauftragung gestellt werden?
Ja, und das ist der häufigste Grund, warum Anträge scheitern. Bei MID-Digitalisierung muss der Förderantrag vor Beginn der Maßnahme gestellt und bewilligt sein; bei der BAFA-Beratungsförderung darfst du erst nach Erhalt des Informationsschreibens mit der Beratung beginnen. Als Beginn gilt in der Regel schon die Unterschrift unter das Angebot oder den Vertrag — nicht erst der erste Arbeitstag des Dienstleisters. Wer also mein Angebot annimmt und danach einen Antrag stellt, riskiert eine Absage. Rechne außerdem mit Wartezeit: Beim monatlichen Losverfahren von MID kann zwischen Registrierung, Ziehung, Antrag und Bewilligung einiges an Zeit vergehen, in der du dein Projekt nicht starten darfst. Wenn deine Website bis zu einem festen Termin online sein muss, ist das ein echtes Risiko, das du vorher abwägen solltest.
Was ist günstiger: Förderung beantragen oder Website steuerlich absetzen?
Für eine Website in der Größenordnung meiner Festpreis-Pakete zwischen 990 und 2.690 Euro ist die steuerliche Absetzung fast immer der einfachere und oft auch der wirtschaftlichere Weg. Die Kosten für Erstellung, Hosting und Pflege sind Betriebsausgaben und mindern deinen Gewinn — ohne Antrag, ohne Losverfahren, ohne Wartezeit und ohne Nachweispflichten gegenüber einem Fördergeber. Eine Förderung dagegen bedeutet Recherche, Antragsformulare, Fristen, Eigenanteil und die Unsicherheit, ob überhaupt eine Bewilligung kommt. Diese Stunden fehlen dir im Betrieb. Sinnvoll wird ein Förderantrag erst, wenn dein Vorhaben deutlich größer ist als eine Firmenwebsite, etwa ein digitales Produkt mit KI-Anteil im mittleren fünfstelligen Bereich. Wie die Absetzung im Detail funktioniert, erkläre ich in meinem Artikel zur steuerlichen Behandlung von Website-Kosten — und im Zweifel entscheidet dein Steuerberater.
Fazit: Erwartung aus go-digital-Zeiten, Realität 2026
Website-Förderung ist in NRW für kleine Betriebe vor allem eine Erwartung, die aus alten go-digital-Zeiten stammt. MID fördert Produkte, nicht Präsenzseiten; das BAFA fördert Beratung; die KfW gibt Kredite. Die Website selbst kalkulierst du besser zum Festpreis und setzt sie als Betriebsausgabe ab. Wenn du wissen willst, was dein Projekt konkret kostet, erzähl mir, was du vorhast: Kontakt aufnehmen.