Vor einem Erstgespräch sind viele nervöser als nötig. „Ich weiß ja noch gar nicht, was ich will" höre ich oft, oder „ich müsste mich erst schlaumachen". Musst du nicht. Das Erstgespräch ist keine Prüfung, sondern eine Bestandsaufnahme: Ich stelle die Fragen, du erzählst von deinem Geschäft, und am Ende wissen wir beide, ob und wie das zusammenpasst.

Damit du weißt, was auf dich zukommt, schreibe ich hier auf, welche Fragen ich stelle, warum, und was deine Antwort für dein Angebot bedeutet. Vorbereiten musst du nichts. Wenn du zu einer Frage nichts sagen kannst, ist das selbst eine Information — meistens eine nützliche.

Was wird im Erstgespräch für eine Website besprochen?

Im Erstgespräch klären wir neun Punkte: Ziel der Website, Zielgruppe, was aktuell fehlt, Wettbewerb, Umfang, Inhalte, Technik und Domain, Zeitrahmen und Budgetrahmen. Das dauert etwa 20 Minuten, ist unverbindlich und kostenlos — danach weißt du, was dein Vorhaben realistisch braucht.

1. Was soll die Website für dich erreichen?

Warum ich frage: Das ist die einzige Frage, ohne die ich gar nicht anfangen kann. Eine Website, die neue Anfragen bringen soll, sieht anders aus als eine, die Bewerber anziehen soll, und die wiederum anders als eine, die einfach seriös wirken muss, damit man beim Empfehlen nicht schlecht dasteht. Alles Weitere — Struktur, welcher Button wo steht, wie viel Text es braucht — folgt aus dieser einen Antwort.

Was die Antwort bedeutet: „Ich will mehr Anfragen" führt zu einer Seite, bei der Kontaktmöglichkeit, Leistungen und Vertrauensbelege vorn stehen. „Ich brauche Mitarbeiter" verschiebt den Schwerpunkt auf Team, Arbeitsalltag und eine echte Stellenseite. „Ich will einfach nicht mehr peinlich sein, wenn jemand googelt" ist ein völlig legitimes Ziel — und führt zu einem schlanken Auftritt statt zu einem großen Projekt. Wenn du mehrere Ziele hast, sortieren wir sie, weil eine Seite ohne erste Priorität am Ende alles halb macht.

2. Wer sind deine Kunden — und wen willst du nicht?

Warum ich frage: Der Tonfall einer Seite entsteht aus der Zielgruppe. Privatkunden, die zum ersten Mal ein Angebot einholen, brauchen andere Erklärungen als Einkäufer, die Fachbegriffe erwarten und wissen wollen, ob du zertifiziert bist. Auch die Frage, ob überhaupt jemand deine Preise sehen soll, hängt davon ab.

Was die Antwort bedeutet: Sie bestimmt Sprache, Detailtiefe und die Reihenfolge der Argumente. Besonders hilfreich ist der zweite Teil der Frage — wen du nicht willst. Wer sagt „Kleinstaufträge unter 300 Euro rechnen sich für mich nicht" oder „Preisdiskussionen kosten mich zu viel Zeit", bekommt eine Seite, die genau das vorsortiert. Eine gute Website zieht nicht nur an, sie filtert auch.

3. Was fehlt dir aktuell?

Warum ich frage: Hier kommt der eigentliche Auslöser zutage. Fast niemand ruft an, weil er „mal eine Website machen möchte" — es gibt immer einen Anlass. Die alte Seite ist auf dem Handy unbrauchbar. Der frühere Dienstleister meldet sich nicht mehr. Es kommen keine oder die falschen Anfragen.

Was die Antwort bedeutet: Sie zeigt mir, ob dein Problem überhaupt ein Website-Problem ist. Manchmal ist es das nicht: Wer lokal nicht gefunden wird, scheitert oft weniger an der Seite als an einem vernachlässigten Google-Unternehmensprofil — und dann sage ich das, auch wenn ich damit erstmal weniger verkaufe. Und wenn deine Seite grundsätzlich funktioniert und nur veraltet aussieht, ist eine Überarbeitung oft klüger als ein Neubau.

Entlastung vorab: Du musst zu keiner dieser Fragen eine fertige Antwort haben. „Weiß ich nicht" ist erlaubt und kommt in fast jedem Gespräch vor. Meine Aufgabe ist, die richtigen Fragen zu stellen — deine ist nur, ehrlich zu erzählen, wie es bei dir läuft.

4. Wen siehst du als deinen Wettbewerb?

Warum ich frage: An drei Mitbewerbern sehe ich in Minuten, wie hoch die Latte in deiner Branche und Region hängt — bei manchen Gewerken im Sauerland ist der digitale Standard niedrig, was für dich eine Chance ist. Und ich erfahre, an wem du dich messen willst; das ist nicht immer derselbe, mit dem du wirklich konkurrierst.

Was die Antwort bedeutet: Sie beeinflusst, wie viel Aufwand sinnvoll ist. Haben deine Mitbewerber alle eine Baukasten-Seite ohne Inhalt, reicht ein sauberer, schneller Auftritt, um vorne zu liegen. Haben dagegen alle gepflegte Seiten mit gutem Bildmaterial, brauchst du mehr — und das gehört ehrlich ins Angebot statt in eine Enttäuschung nach dem Livegang.

5. Wie groß soll das Ganze werden?

Warum ich frage: Der Umfang ist der größte Kostentreiber und gleichzeitig der Punkt, bei dem sich viele Angebote unauffällig unterscheiden. Eine Seite oder acht? Ein einfaches Kontaktformular oder eines mit Dateiupload und Terminwahl? Mehrsprachig? Ein Bereich für Stellenangebote, der später gepflegt werden soll?

Was die Antwort bedeutet: Sie entscheidet direkt darüber, welches meiner Festpreis-Pakete zwischen 990 und 2.690 Euro passt — und ob überhaupt eines passt oder es eine individuelle Kalkulation braucht. Ich frage hier bewusst genau nach, weil unklarer Umfang die häufigste Ursache für Streit über Nachträge ist. Was wir hier besprechen, steht später schriftlich im Angebot.

Wenn du unsicher bist: Wir fangen klein an. Eine Seite, die drei Dinge gut macht, schlägt eine, die zwölf Dinge halb macht — und erweitern kann man später jederzeit.

6. Woher kommen Texte und Bilder?

Warum ich frage: Weil Inhalte der mit Abstand häufigste Grund sind, warum Website-Projekte länger dauern als geplant. Nicht die Technik, nicht das Design — die Texte, auf die alle warten.

Was die Antwort bedeutet: Hast du Texte und brauchbare Fotos, geht es schneller und günstiger. Hast du nichts, ist das kein Problem, gehört aber eingeplant: Dann reden wir am Telefon oder du schickst mir Sprachnachrichten, und ich formuliere daraus einen Entwurf, den du korrigierst. Wichtig ist nur, dass der Aufwand im Angebot steht, statt später als Überraschung aufzutauchen.

Zu den Bildern gehört die Rechtefrage — woher stammen sie, darfst du sie verwenden. Was ich dazu brauche, steht in der Checkliste vor dem Projektstart. Anschauen kannst du sie vorher, musst du aber nicht.

7. Wie sieht es technisch aus — Domain, Hosting, E-Mail?

Warum ich frage: Das ist der unspektakulärste Punkt und der, an dem Livegänge am häufigsten hängenbleiben. Hast du eine Domain, wer hat sie registriert, läuft sie auf dich oder auf einen früheren Dienstleister? Und hängen am selben Ort E-Mail-Postfächer, die beim Umzug nicht ausfallen dürfen?

Was die Antwort bedeutet: Liegt alles bei dir und hast du die Zugänge, ist der Umzug eine Sache von Stunden. Hat die Domain vor Jahren jemand anderes registriert, der nicht mehr erreichbar ist, kann die Rückholung Wochen dauern — das muss in die Zeitplanung, sonst platzt dein Termin an einer Formalität. Falls du noch nichts hast, richten wir alles neu ein, und zwar auf deinen Namen. Deine Domain ist deine wichtigste digitale Besitzurkunde; sie gehört dir, nicht mir.

8. Bis wann soll es fertig sein?

Warum ich frage: Es macht einen großen Unterschied, ob hinter dem Datum ein harter Grund steht — Messe, Ladeneröffnung, auslaufender Vertrag, Saisonstart — oder ob „möglichst bald" gemeint ist.

Was die Antwort bedeutet: Bei einem festen Termin drehen wir die Reihenfolge um und machen zuerst das, was für den Livegang zwingend nötig ist; der Feinschliff kommt danach. Außerdem sage ich dir direkt, wenn dein Wunschtermin unrealistisch ist. Lieber ein ehrliches „das schaffe ich nicht" im Erstgespräch als ein gerissener Termin drei Wochen später. Ohne festen Termin arbeiten wir nach Verfügbarkeit — auch völlig in Ordnung, dauert erfahrungsgemäß nur etwas länger.

9. In welchem Rahmen bewegt sich dein Budget?

Warum ich frage: Vor dieser Frage drücken sich beide Seiten gern — zu Unrecht. Ich frage nicht, um auszuloten, was geht, sondern um dir keine Vorschläge zu machen, die an deiner Realität vorbeigehen. Ein Angebot über 3.000 Euro für jemanden, der an 1.000 gedacht hat, ist für beide verschwendete Zeit.

Was die Antwort bedeutet: Sie legt fest, welcher Umfang realistisch ist und wo wir Prioritäten setzen. Eine grobe Richtung reicht, keine Zahl auf den Euro. Passt dein Vorhaben nicht zu deinem Rahmen, sage ich das offen und zeige, was stattdessen ginge — kleinerer Start, Erweiterung später. Meine Preise stehen ohnehin öffentlich auf der Seite.

Wenn du parallel andere Angebote einholst: gut so. Worauf du beim Vergleichen achten solltest, damit du nicht Äpfel mit Birnen vergleichst, steht in Website-Angebote vergleichen.

Was du im Gegenzug fragen solltest

Ein Erstgespräch ist keine Einbahnstraße. Die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden und die ich jedem empfehle:

  • Wem gehört die Seite hinterher? (Bei mir: dir — inklusive Code, Domain und Zugängen.)
  • Was passiert, wenn wir nicht mehr zusammenarbeiten?
  • Was kostet es laufend? Hosting, Domain, Wartung — und was davon ist Pflicht.
  • Wer ändert später Texte? Ich, du, oder beides.
  • Wie viele Korrekturrunden sind drin?
  • Wie erreiche ich dich, wenn etwas kaputt ist?

Was nach dem Gespräch passiert

Am Ende der 20 Minuten fasse ich zusammen, was ich verstanden habe, und sage dir, welcher Umfang aus meiner Sicht passt. Danach bekommst du ein schriftliches Angebot mit klar aufgelistetem Leistungsumfang und Festpreis. Bis dahin ist nichts verbindlich — auch nach dem Angebot nicht, solange du nicht zusagst.

Wie es danach weitergeht, vom Entwurf über die Korrekturrunden bis zum Livegang, steht in Website erstellen lassen: So läuft's ab.

FAQ: Häufige Fragen zum Erstgespräch

Kostet das Erstgespräch etwas?

Nein. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Es dauert etwa 20 Minuten und endet ohne jede Verpflichtung — auch dann, wenn wir feststellen, dass wir nicht zusammenpassen.

Muss ich mich vorbereiten?

Nein. Du musst nichts mitbringen und nichts vorbereiten. Hilfreich, aber freiwillig sind zwei bis drei Websites, die dir gefallen, und ein grober Gedanke dazu, was die neue Seite für dich leisten soll. Alles andere entsteht im Gespräch.

Was, wenn ich noch gar nicht weiß, was ich will?

Das ist der Normalfall und genau der Grund für das Gespräch. Ich stelle die Fragen, du erzählst von deinem Geschäft — die Anforderungen ergeben sich daraus meist von selbst.

Findet das Gespräch am Telefon oder vor Ort statt?

Wie es dir lieber ist: telefonisch unter +49 176 20087084, per Video oder persönlich in der Region rund um Kierspe. Telefonisch geht am schnellsten, ein Treffen vor Ort ist bei größeren Vorhaben oft angenehmer.

Bekomme ich direkt im Gespräch einen Preis genannt?

Meist eine belastbare Größenordnung, ja — die Festpreis-Pakete bewegen sich zwischen 990 und 2.690 Euro. Der verbindliche Festpreis steht im schriftlichen Angebot danach, damit der Leistungsumfang schwarz auf weiß festgehalten ist.

Fazit: reden ist der einfachste Teil

Neun Fragen, zwanzig Minuten, keine Vorbereitung. Am Ende weißt du, was dein Vorhaben realistisch braucht, was es kostet und wie lange es dauert — und ob wir zusammenpassen. Für mich ist das Gespräch übrigens genauso eine Prüfung wie für dich: Ich arbeite lieber mit weniger Leuten, bei denen es passt. Erzähl mir einfach, wo du stehst — hier geht's zum Kontakt.