Ein Website-Relaunch ist der Moment, in dem am meisten Sichtbarkeit auf dem Spiel steht — und der Moment, in dem am wenigsten dokumentiert wird. Die neue Seite sieht besser aus, lädt schneller, alle sind zufrieden. Vier Wochen später fällt auf, dass die Anfragen ausbleiben, und niemand weiß, warum.
Ich baue Websites für kleine und mittlere Betriebe im Sauerland und im Märkischen Kreis, und ein großer Teil davon sind Relaunches: Seiten, die zehn Jahre alt sind, Baukasten-Auftritte, die an ihre Grenzen stoßen, WordPress-Installationen, die niemand mehr pflegt. Hier steht, wie so ein Projekt abläuft, was vorher gesichert gehört, wie das Weiterleitungskonzept aussieht und was du am Go-live-Tag und in den Wochen danach kontrollierst. Was das Ganze kostet, habe ich getrennt aufgeschrieben: Website-Relaunch: Was kostet es?
Wann ist ein Website-Relaunch wirklich sinnvoll?
Ein Relaunch ist dann sinnvoll, wenn die bestehende Website ein strukturelles Problem hat, das sich nicht mehr mit einzelnen Korrekturen lösen lässt — nicht dann, wenn sie einem nur nicht mehr gefällt. Das ist der wichtigste Filter, und er spart im Zweifel vierstellige Beträge.
Strukturell sind zum Beispiel diese Punkte:
- Die Seite funktioniert auf dem Handy nicht richtig. Text zoomen, Buttons daneben tippen, Formular unbedienbar — das ist kein Detail, sondern die Mehrheit deiner Besucher.
- Du kommst selbst nicht mehr rein. Kein Zugang, kein Ansprechpartner, ein System, das keiner mehr kennt.
- Das Fundament ist veraltet. Unsicheres CMS, abgekündigte Plugins, kein HTTPS, Ladezeiten, die an der Technik hängen und nicht an einem großen Bild.
- Die Struktur passt nicht mehr zum Geschäft. Alle Leistungen auf einer Seite, neue Geschäftsfelder nirgends abgebildet, kein Platz für Unterseiten.
- Du steckst in einem System fest, aus dem du raus willst. Der klassische Fall ist der Baukasten — dazu gleich mehr.
Kein Relaunch-Grund sind dagegen: eine veraltete Farbe, ein Text, der nicht mehr stimmt, fehlende Bewertungen oder eine Seite, die zwar läuft, aber gerade keine Anfragen bringt. Das sind Einzelbaustellen. Wenn die Substanz stimmt, ist es billiger und schneller, gezielt nachzubessern. Wie eine neu gebaute Seite technisch aufgebaut sein sollte, habe ich unter professionelle Website erstellen lassen beschrieben.
Sonderfall Baukasten-Ausstieg
Wenn deine Seite bei Wix, Jimdo oder einem Provider-Baukasten liegt, ist der Relaunch technisch immer ein Umzug: Du kannst die Seite nicht mitnehmen, nur die Inhalte. Das klingt schlimmer als es ist, macht aber das Weiterleitungskonzept zum entscheidenden Teil des Projekts, weil sich die URL-Struktur zwangsläufig ändert. Die Besonderheiten dieses Wegs — inklusive Kündigungszeitpunkt und Domain-Transfer — stehen in Baukasten-Ausstieg: Wix und Jimdo hinter sich lassen.
Wie läuft ein Website-Relaunch ab? Die fünf Phasen
Ein Website-Relaunch läuft in fünf Phasen ab: Bestandsaufnahme, Struktur- und URL-Konzept, Umsetzung auf einer Testadresse, Go-live mit Weiterleitungen und Nachkontrolle. Die SEO-Arbeit passiert dabei fast vollständig in Phase 1 und 2 — wer erst am Go-live-Tag über Rankings nachdenkt, ist zu spät dran.
Phase 1: Bestandsaufnahme — was hast du, was funktioniert?
Bevor irgendetwas gebaut wird, wird gezählt. Ich ziehe eine vollständige Liste aller bestehenden URLs, schaue in die Google Search Console, welche Seiten tatsächlich Klicks und Impressionen bringen, und prüfe, welche Seiten von außen verlinkt sind. Das Ergebnis ist eine simple Tabelle: URL, Thema, Traffic, Bewertung „behalten / zusammenlegen / streichen".
Diese Tabelle ist das Sicherheitsnetz des gesamten Projekts. Ohne sie ist jede spätere Aussage über Rankingverluste Raterei, weil niemand mehr weiß, wo man vorher stand.
Phase 2: Struktur und URL-Konzept — was wird aus jeder alten Seite?
Erst jetzt entsteht die neue Seitenstruktur, und zwar aus der alten heraus. Jede URL aus der Tabelle bekommt ein Ziel auf der neuen Seite. Seiten mit Traffic behalten im Idealfall ihre Adresse. Dünne Seiten werden zu einer starken zusammengelegt. Nur was wirklich niemand braucht, fällt weg — und selbst das bekommt eine Weiterleitung auf das nächstliegende Thema.
Das Ergebnis dieser Phase ist eine zweispaltige Liste: alte URL, neue URL. Diese Liste ist das Weiterleitungskonzept. Sie muss vor dem Go-live fertig sein, nicht danach.
Phase 3: Umsetzung auf einer Testadresse
Die neue Seite entsteht bei mir auf einer separaten Testadresse, die per robots.txt und noindex für Suchmaschinen gesperrt ist. Du siehst also von Anfang an einen echten Live-Entwurf im Browser statt eines Bildes von einer Website — und die alte Seite läuft währenddessen ungestört weiter und verdient Geld.
Genau hier liegt übrigens eine der klassischen Fallen, auf die ich weiter unten noch einmal zurückkomme: Die Sperre, die die Testadresse schützt, darf am Go-live-Tag nicht mitwandern.
Phase 4: Go-live — der Tag, an dem umgeschaltet wird
Der Go-live ist kein Knopfdruck, sondern eine abgearbeitete Liste. Neue Seite scharfschalten, Weiterleitungen aktivieren, Indexierungssperre entfernen, Sitemap erneuern, Search Console informieren, Analytics und Consent prüfen. Die vollständige Checkliste steht weiter unten in diesem Artikel.
Ich lege Go-lives bewusst nicht auf Freitagnachmittag und nicht auf den Tag vor dem Urlaub. Wenn etwas hakt, will man die Hände frei haben.
Phase 5: Nachkontrolle in den ersten Wochen
Nach dem Umschalten beginnt der Teil, den die meisten auslassen. Google braucht Zeit, um die neue Struktur zu verstehen, und in dieser Zeit zeigt sich, ob das Konzept aufgeht. Was genau ich prüfe, steht im vorletzten Abschnitt.
Wer den Ablauf mit einem Neubau ohne Vorgeschichte vergleichen will: Der Standardweg von der Anfrage bis zur Übergabe steht in Website erstellen lassen: So läuft das Projekt ab. Der Unterschied beim Relaunch sind im Wesentlichen Phase 1, 2 und 5.
Was musst du vor dem Relaunch sichern?
Vor dem Relaunch gehören sechs Dinge gesichert: die komplette alte Website als Kopie, die vollständige URL-Liste, die Leistungsdaten aus der Search Console, alle Texte und Bilder, sämtliche Zugänge und die bestehenden rechtlichen Seiten. Jede einzelne dieser Sicherungen ist irgendwann in einem Projekt der Grund dafür gewesen, dass etwas nicht verloren gegangen ist.
| Was sichern | Warum | Wann |
|---|---|---|
| Kopie der alten Seite | Rückfallebene, wenn etwas fehlt oder rückgängig gemacht werden muss | Vor Phase 3 |
| Liste aller alten URLs | Grundlage für jede Weiterleitung | Phase 1 |
| Search-Console-Daten exportieren | Vergleichswert, um Verluste überhaupt erkennen zu können | Phase 1 |
| Texte und Bilder in Originalgröße | Gerade bei Baukästen nur vor der Kündigung erreichbar | Phase 1 |
| Zugänge zu Domain, Hosting, Mail, Analytics | Ohne Domain-Zugang kein Go-live | So früh wie möglich |
| Impressum und Datenschutzerklärung | Müssen ab der ersten Minute wieder erreichbar sein | Phase 2 |
Der Zugangs-Punkt ist ernster gemeint, als er klingt. Der mit Abstand häufigste Grund, warum sich ein Relaunch-Termin verschiebt, ist ein Domain- oder Hosting-Zugang, den niemand mehr findet, weil ihn vor Jahren ein Bekannter eingerichtet hat. Das lässt sich klären, dauert aber Tage bis Wochen. Deshalb frage ich im Erstgespräch danach und nicht zwei Tage vor dem Livegang.
Warum kosten Relaunches Rankings — und wie verhinderst du das?
Rankings gehen bei einem Relaunch fast nie verloren, weil die neue Seite schlechter wäre, sondern weil Google die Verbindung zwischen alt und neu nicht mehr herstellen kann. Adressen ändern sich, Inhalte verschwinden, Signale zeigen ins Leere. Das sind die Ursachen, die mir in Bestandsprojekten am häufigsten begegnen.
Neue URLs ohne 301-Weiterleitung
Der Klassiker. Aus /leistungen/dachsanierung wird /dachsanierung.html, und die alte Adresse liefert einen 404-Fehler. Für Google ist die alte Seite damit tot: Ihre Position, ihr Vertrauen und jeder externe Link, der darauf zeigt, verfallen.
Die Lösung ist eine dauerhafte Weiterleitung — Statuscode 301 — von jeder alten auf die passende neue Adresse. Wichtig dabei: eins zu eins auf das inhaltlich passende Ziel, nicht pauschal alles auf die Startseite. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite behandelt Google in der Regel wie einen Fehler und nicht wie einen Umzug. Und: keine Ketten. Wenn alt auf mittel auf neu zeigt, wird aus einem sauberen Umzug ein Umweg.
Inhalte, die für das neue Design gekürzt werden
Beim Relaunch wird gern aufgeräumt: aus 900 Wörtern werden 200, weil der neue Look luftiger sein soll. Damit verschwindet aber genau der Text, für den die Seite überhaupt gefunden wurde. Wenn eine Seite rankt, ist ihr Inhalt ein Vermögenswert — das Design darf ihn neu verpacken, aber nicht wegwerfen. Kürzen ja, entkernen nein.
Die Indexierungssperre der Testumgebung bleibt aktiv
Die neue Seite wurde während der Bauphase vor Suchmaschinen versteckt. Wandert diese Sperre beim Umschalten mit auf die Live-Domain, bittest du Google offiziell darum, deine Website zu vergessen. Das ist der teuerste Flüchtigkeitsfehler dieses Geschäfts, und er ist bis heute verbreitet. Deshalb steht „noindex entfernt, robots.txt geprüft" bei mir ganz oben auf der Go-live-Liste.
Interne Links und Bilder, die ins Leere zeigen
Nach dem Umzug verweisen Links im Fließtext, im Menü oder in alten Blogbeiträgen manchmal noch auf die alten Adressen. Auch Bilder ändern ihre Pfade. Das ist kein Drama, kostet aber Ladezeit, Nutzerpunkte und Crawl-Budget. Alle internen Verweise gehören auf die neuen Adressen aktualisiert, statt sich auf die Weiterleitungen zu verlassen.
Technische Basiswerte, die nach dem Relaunch schlechter sind
Eine neue Seite mit großen unkomprimierten Bildern, schweren Skripten und Schriftarten, die erst nachgeladen werden, kann messbar langsamer sein als die alte — trotz modernem Design. Deshalb gehören Ladezeit und Stabilität des Layouts vor dem Go-live gemessen und nicht danach. Welche Werte dabei zählen und was realistisch erreichbar ist, steht in Core Web Vitals 2026.
Wie sieht die Checkliste für den Go-live-Tag aus?
Am Go-live-Tag arbeite ich eine feste Liste ab, in dieser Reihenfolge:
- Frisches Backup der alten Seite ziehen, direkt vor dem Umschalten — nicht das von vor drei Wochen.
- Indexierungssperre entfernen:
noindexraus,robots.txtauf der Live-Domain prüfen. - 301-Weiterleitungen aktivieren und Zeile für Zeile testen, nicht nur stichprobenartig.
- HTTPS und Domain-Varianten prüfen: mit und ohne
www,httpaufhttps, alles auf eine kanonische Adresse. - Canonical-Tags kontrollieren, damit sie auf die neue und nicht auf die Testadresse zeigen.
- Neue Sitemap erzeugen und in der Search Console einreichen.
- Formulare wirklich absenden — einmal selbst, und prüfen, ob die Mail ankommt.
- Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten gegen das Google Unternehmensprofil abgleichen.
- Impressum, Datenschutz und Cookie-Banner aufrufen und testen.
- Analytics und Conversion-Messung prüfen, sonst misst du nach dem Relaunch nichts mehr.
- Mobil auf einem echten Gerät durchklicken, nicht nur im verkleinerten Browserfenster.
Diese Liste ist bewusst langweilig. Ein Relaunch geht selten an einem großen Fehler kaputt, sondern an drei kleinen, die niemand nachgesehen hat.
Was prüfst du in den ersten Wochen nach dem Relaunch?
In den ersten vier bis sechs Wochen nach dem Relaunch prüfst du vor allem drei Dinge: ob Google die neuen Seiten aufnimmt, ob Fehlerseiten auftauchen und ob Klicks und Anfragen sich wieder einpendeln. Bewegungen in den Positionen sind in dieser Phase normal — entscheidend ist die Richtung.
Konkret schaue ich wöchentlich in die Search Console: Wie viele Seiten sind indexiert, verglichen mit vorher? Stehen dort 404-Fehler, die auf vergessene Weiterleitungen hindeuten? Werden die neuen Seiten überhaupt gecrawlt? Dazu die Leistungsdaten im Vergleich zum vorher exportierten Zeitraum — nicht Tag für Tag, sondern über Wochen, weil Tagesschwankungen nichts aussagen.
Realistisch ist: Die ersten ein bis zwei Wochen sehen unruhig aus. Danach sollten die wichtigen Seiten wieder in der Nähe ihrer alten Positionen liegen, oft besser, wenn Technik und Inhalte gewonnen haben. Wenn nach sechs Wochen ein deutlicher Einbruch bleibt, ist das kein Pech, sondern ein Befund — und dann sucht man ihn in genau der Reihenfolge, in der die Ursachen oben stehen.
Was kostet ein Relaunch und wie lange dauert er?
Bei mir läuft auch ein Relaunch über Festpreis-Pakete zwischen 990 und 2.690 Euro; den genauen Preis nenne ich dir nach einem kostenlosen Erstgespräch. Was ihn innerhalb dieser Spanne bewegt, sind vor allem der Seitenumfang, der Zustand der alten Inhalte und wie aufwendig das Weiterleitungskonzept ausfällt. Wie sich das im Detail aufteilt und wann sich ein Relaunch gegenüber einem Neubau rechnet, steht in Website-Relaunch: Was kostet es, eine bestehende Website erneuern zu lassen?, und wie die Pakete aufgebaut sind, auf Website erstellen lassen zum Festpreis.
Zur Dauer: Ein Relaunch für einen kleinen bis mittleren Betrieb ist bei mir üblicherweise eine Sache von wenigen Wochen, sobald Inhalte und Zugänge vorliegen. Verzögerungen entstehen fast nie an der Technik, sondern an Texten, Fotos und Zugängen — also an Phase 1.
FAQ: Häufige Fragen zum Website-Relaunch
Wie vermeide ich Rankingverluste bei einem Website-Relaunch?
Rankingverluste beim Relaunch vermeidest du vor allem mit drei Maßnahmen: einer vollständigen Liste aller alten URLs, einer dauerhaften 301-Weiterleitung von jeder alten auf die inhaltlich passende neue Adresse und dem Erhalt der Inhalte, die bisher gefunden wurden. Die Liste entsteht vor dem Umbau, nicht danach, denn nach dem Abschalten der alten Seite lässt sie sich nur noch mühsam rekonstruieren. Die Weiterleitungen müssen eins zu eins zielen, nicht pauschal auf die Startseite, und ohne Zwischenschritte hintereinander. Texte, für die deine Seite bisher gerankt hat, darfst du optisch neu verpacken, aber nicht auf ein paar Zeilen eindampfen. Dazu kommt die Pflichtkontrolle am Go-live-Tag, dass die Indexierungssperre der Testumgebung nicht mit auf die Live-Domain gewandert ist. Zum Schluss gehören alle internen Verlinkungen auf die neuen Adressen aktualisiert, statt sie dauerhaft über Weiterleitungen laufen zu lassen. Wenn diese Punkte stehen, ist ein Relaunch für deine Sichtbarkeit eher ein Gewinn als ein Risiko.
Wie lange dauert es, bis Google die neue Website übernommen hat?
Bis Google eine relaunchte Website vollständig übernommen hat, vergehen in der Regel einige Wochen, bei kleinen Firmenseiten oft schneller als bei großen. Die ersten Seiten werden meist innerhalb weniger Tage neu erfasst, vor allem wenn du die neue Sitemap direkt in der Search Console einreichst. Danach folgt eine Phase, in der Positionen schwanken, weil Google die neue Struktur, die Weiterleitungen und die veränderten Inhalte neu bewertet. Diese Unruhe ist normal und kein Grund, sofort etwas umzubauen. Entscheidend ist die Richtung über mehrere Wochen, nicht der einzelne Tag. Wenn sechs Wochen nach dem Go-live ein deutlicher Einbruch bestehen bleibt, liegt fast immer eine konkrete technische Ursache vor — meist fehlende oder falsch gesetzte Weiterleitungen, seltener ein Indexierungsproblem. Beschleunigen lässt sich die Übernahme kaum, absichern dagegen schon: saubere Weiterleitungen, eine aktuelle Sitemap und eine Seite, die technisch schneller ist als die alte.
Muss ich beim Relaunch meine URLs ändern?
Nein, und im Idealfall änderst du sie nicht. Jede URL, die bleibt, ist eine Weiterleitung weniger und damit ein Risiko weniger. Seiten, die Besucher über Google bekommen, behalten deshalb bei mir nach Möglichkeit ihre bisherige Adresse, selbst wenn sie inhaltlich überarbeitet wird. Ändern solltest du URLs nur dann, wenn es einen echten Grund gibt: eine unbrauchbare Struktur mit kryptischen Parametern, ein Systemwechsel, der andere Adressen erzwingt, oder die Zusammenlegung mehrerer dünner Seiten zu einer starken. Beim Wechsel von einem Baukasten wie Wix oder Jimdo lässt sich die Änderung meist nicht vermeiden, weil das alte System die Adressen vorgegeben hat. Dann gilt umso mehr: Jede alte Adresse braucht ihr eigenes, inhaltlich passendes Ziel. Was du ohne Risiko ändern kannst, sind Seiten, die bisher ohnehin keine Besucher über Google bekommen haben — dort kostet eine neue, sprechende Adresse nichts und bringt auf Dauer mehr.
Was muss ich vor dem Relaunch unbedingt sichern?
Vor dem Relaunch sicherst du eine vollständige Kopie der alten Website, die Liste aller bestehenden URLs, einen Export deiner Leistungsdaten aus der Google Search Console, alle Texte und Bilder in Originalgröße sowie sämtliche Zugänge zu Domain, Hosting, E-Mail und Analytics. Die Search-Console-Daten sind der Punkt, den fast alle vergessen: Ohne Vergleichswert von vorher kannst du später nicht beurteilen, ob der Relaunch etwas gekostet oder gebracht hat. Bei Baukasten-Seiten kommt hinzu, dass Inhalte und Bilder nach der Kündigung oft nicht mehr erreichbar sind, also muss die Sicherung vorher erfolgen. Am wichtigsten sind die Zugänge: Ohne Zugriff auf die Domain kann niemand umschalten, und ein vergessener Domain-Zugang kostet im Zweifel mehr Zeit als der gesamte Umbau. Dazu kommen Impressum und Datenschutzerklärung, die ab der ersten Minute nach dem Umschalten wieder erreichbar sein müssen.
Woran erkenne ich nach dem Go-live, dass etwas schiefgelaufen ist?
Nach dem Go-live erkennst du Probleme an vier Signalen: Die Search Console meldet plötzlich viele 404-Fehler, die Zahl der indexierten Seiten sinkt deutlich statt zu steigen, die Klicks brechen über mehrere Wochen ein statt sich einzupendeln, oder Anfragen über das Formular bleiben komplett aus. Jedes dieser Signale hat eine typische Ursache. Viele 404-Fehler bedeuten fehlende Weiterleitungen. Wegbrechende Indexierung deutet auf eine mitgewanderte Sperre aus der Testumgebung hin. Ausbleibende Formularanfragen sind meist ein technischer Versandfehler und kein Marketingproblem — deshalb sende ich Formulare am Go-live-Tag selbst einmal ab. Dauerhafte Klickverluste ohne Fehlermeldung hängen oft an Inhalten, die beim Redesign gekürzt wurden. Prüfe außerdem in den ersten Tagen, ob deine Seite mit und ohne www sowie über HTTPS auf derselben Adresse landet, und ob die Startseite in der Google-Suche mit dem richtigen Titel erscheint. Alle vier Signale siehst du kostenlos in der Search Console, wenn sie vor dem Relaunch schon eingerichtet war.
Fazit: Der Relaunch entscheidet sich vor dem ersten Pixel
Ein Website-Relaunch ohne Rankingverlust ist keine Glückssache, sondern das Ergebnis von zwei Listen: alle alten URLs mit ihrer Leistung, und für jede davon ein Ziel auf der neuen Seite. Alles andere — Design, Technik, Texte — macht die Seite besser, aber diese beiden Listen entscheiden darüber, ob du die Sichtbarkeit mitnimmst, die du dir über Jahre erarbeitet hast.
Wenn du wissen willst, wie das für deine bestehende Seite aussieht: Schick mir die Adresse, dann schaue ich mir Struktur und Zustand an und sage dir ehrlich, ob ein Relaunch, ein Neubau oder gezieltes Nachbessern der richtige Weg ist — Kontakt aufnehmen. Antwort bekommst du in der Regel innerhalb von 24 Stunden.