Wer einen Onlineshop erstellen lassen will, entscheidet in Wahrheit zwei Dinge gleichzeitig: welches System die Produkte verkauft — und wie abhängig du davon in fünf Jahren bist. Die zweite Entscheidung merkt man erst, wenn man sie ändern will.

Ich bin Martin, Webdesigner und SEO-Freelancer aus Kierspe und baue Websites für kleine und mittlere Betriebe im Märkischen Kreis. Shops gehören dazu, aber ich bin kein reiner Shop-Spezialist — deshalb bekommst du hier keinen Verkaufstext, sondern die Einordnung aus dem Erstgespräch, inklusive der Fälle, in denen ich vom Shop abrate. Was so ein Projekt kostet, steht in Onlineshop erstellen lassen: Kosten. Hier geht es um die Systemfrage.

Welches Shopsystem passt zu welchem Betrieb?

Das passende Shopsystem hängt an drei Dingen: wie viele Produkte du führst, wie viel du selbst pflegen willst und wie wichtig dir Unabhängigkeit vom Anbieter ist. Nicht am Design und nicht am Funktionsumfang — den haben inzwischen alle. Diese Übersicht ist die Kurzfassung, darunter wird es konkret.

SystemPasst fürGrößte Schwäche
ShopifySchneller Start, kleine bis mittlere Sortimente, Verkauf ohne TechnikinteresseMiete plus Abhängigkeit
WooCommerceBestehende WordPress-Seite, überschaubares Sortiment, DatenhoheitPflegeaufwand
ShopwareGrößere Sortimente, B2B-Preise, deutsche Prozesse und SchnittstellenEinstiegsaufwand
Baukasten (Wix, Jimdo)Erste Verkaufsversuche, Handvoll Produkte, NebengeschäftKein sauberer Ausstieg

Shopify: schnell online, dafür dauerhaft Mieter

Shopify ist gehostete Software: Du mietest den Shop, der Anbieter kümmert sich um Server, Updates, Sicherheit und Zahlungsabwicklung. Für die meisten kleinen Händler ist das der schnellste Weg zu einem funktionierenden Verkauf — und kein schlechter.

Der Preis dafür ist Abhängigkeit an drei Stellen. Du zahlst monatlich, solange der Shop existiert — hörst du auf zu zahlen, ist er weg. Viele Zusatzfunktionen laufen über Apps mit eigenen Monatsgebühren; aus einem günstigen Tarif werden schnell fünf Positionen auf der Abrechnung. Und der Anbieter bestimmt die Spielregeln: Ändern sich Preise, Provisionen oder Funktionen, wirst du informiert, nicht gefragt.

Für die deutschen Rechtspflichten brauchst du bei Shopify meist zusätzliche Erweiterungen oder eine sorgfältig konfigurierte Vorlage, weil das System aus einem anderen Rechtsraum kommt. Lösbar — aber Arbeit, die niemand automatisch für dich erledigt.

WooCommerce: dein Shop auf deinem Server

WooCommerce ist eine Erweiterung für WordPress. Der Shop läuft auf deinem eigenen Hosting, die Datenbank gehört dir, du kannst jederzeit exportieren und umziehen. Hast du ohnehin eine WordPress-Website, ist das der naheliegende Weg.

Der Haken ist der Pflegeaufwand, und der wird konsequent unterschätzt. Ein WooCommerce-Shop besteht aus WordPress, Theme, WooCommerce und schnell einem Dutzend Plugins für Zahlung, Versand, Rechtstexte und Steuern. Jedes bekommt Updates, jedes kann mit einem anderen kollidieren, jedes veraltete Plugin ist ein Einfallstor. Du brauchst also Wartung im Abo oder jemanden im Betrieb, der das zuverlässig macht — dieser Posten gehört in die Kalkulation, bevor du dich entscheidest.

Shopware: wenn der Shop das Geschäft ist

Shopware ist ein deutsches System und dort zu Hause, wo der Shop nicht Beiwerk, sondern Hauptvertriebsweg ist: viele Artikel mit Varianten, Kundengruppen mit eigenen Preisen, B2B-Bestellungen, Anbindung an Warenwirtschaft oder Versand. Deutsches Recht und deutsche Steuerlogik sind hier mitgedacht statt nachgerüstet.

Dafür ist der Einstieg deutlich schwerer: Konzeption, Datenimport, Prozesse und Schulung kosten Zeit und Geld. Für einen Betrieb mit dreißig Produkten ist das die falsche Größe — ein Sattelschlepper für den Wocheneinkauf. Für einen Händler mit dreitausend Artikeln und zwei Preislisten ist es genau richtig.

Baukasten-Shops: gut zum Testen, schlecht zum Bleiben

Die Shop-Funktionen von Wix, Jimdo oder den Baukästen der Hoster sind an einem Nachmittag eingerichtet. Als Test, ob dein Produkt online überhaupt gekauft wird, ist das völlig in Ordnung — für einen Versuchsballon rate ich niemandem zu einer vierstelligen Investition.

Das Problem kommt später. Baukästen speichern Inhalte in einem eigenen Format, das sich nicht vollständig exportieren lässt: Wenn der Shop läuft und du umziehen willst, nimmst du im besten Fall die Produktdaten mit, während Seitenstruktur, Design und oft auch Bewertungen zurückbleiben. Dazu ändern sich die URLs und nehmen die bis dahin aufgebaute Google-Sichtbarkeit mit. Wie so ein Umzug realistisch abläuft und was man vorher sichern sollte, steht in Raus aus dem Baukasten: Wix und Jimdo verlassen.

Meine Faustregel: Der Wechsel des Shopsystems ist immer teurer als die Entscheidung, es beim ersten Mal richtig zu machen. Wähle deshalb nicht nach dem Einstiegspreis, sondern danach, wo du in drei Jahren stehen willst.

Wem gehören deine Daten — und wie kommst du wieder raus?

Datenhoheit heißt konkret: Kommst du jederzeit an Produktdaten, Kundenadressen und Bestellungen heran, in einem Format, das ein anderes System lesen kann? Bei WooCommerce und Shopware ja, weil dir die Datenbank gehört. Bei Shopify bekommst du brauchbare Exporte für Produkte und Kunden, aber nicht für Design und Seitenlogik. Bei Baukästen ist die Antwort am dünnsten.

Zwei Dinge gehören deshalb vor den Start: Auf wen laufen Domain und Hosting — auf dich oder den Dienstleister? Und wo liegen die Sicherungen, wenn die Zusammenarbeit endet? Bei mir laufen beide auf den Kunden, und beim Livegang bekommst du alle Zugänge. Teil der Übergabe, kein Extra.

Welche rechtlichen Pflichten hat ein Onlineshop in Deutschland?

Ein deutscher Onlineshop hat deutlich mehr Pflichten als eine normale Website, und die meisten davon sind abmahnfähig. Der folgende Überblick hat den Stand September 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung — ich bin Webdesigner, kein Anwalt.

  • Impressum nach § 5 DDG (das Digitale-Dienste-Gesetz hat 2024 das Telemediengesetz abgelöst) — von jeder Seite aus in maximal zwei Klicks erreichbar.
  • Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO — im Shop umfangreicher wegen Zahlungsdienstleistern, Versand und Tracking.
  • Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular nach § 355 BGB und Art. 246a EGBGB — 14 Tage Frist bei Verbrauchergeschäften.
  • Widerrufsbutton nach § 356a BGB: seit dem 19. Juni 2026 Pflicht für alle, die über eine Online-Oberfläche Verträge mit Verbrauchern schließen.
  • Bestellbutton nach § 312j Abs. 3 BGB — eindeutig beschriftet, üblicherweise mit „zahlungspflichtig bestellen".
  • Preisangaben nach PAngV: Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer, Versandkostenhinweis, Grundpreis wo nötig — bei Rabatten zusätzlich der niedrigste Preis der letzten 30 Tage.
  • Cookie-Einwilligung nach § 25 TDDDG: alles außer technisch Notwendigem erst nach aktiver Zustimmung, Ablehnen so einfach wie Zustimmen.
  • Produktsicherheit (GPSR): seit Dezember 2024 müssen Hersteller- und Verantwortlichen-Angaben sowie Warnhinweise bereits im Angebot stehen.
  • Verpackungsgesetz: Registrierung im Verpackungsregister LUCID, bevor die erste Sendung rausgeht — auch bei kleinen Mengen.
  • Kündigungsbutton nach § 312k BGB, wenn du Abos oder andere Dauerschuldverhältnisse verkaufst.

Was raus muss: der Hinweis auf die OS-Plattform

Die EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung wurde zum 20. Juli 2025 eingestellt, die Hinweispflicht ist damit entfallen. Steht in deinem Impressum oder deinen AGB noch der alte Link, gehört er raus — ein Verweis auf ein totes Angebot ist im Zweifel irreführend. Das ist der häufigste veraltete Baustein, den ich in bestehenden Shops finde.

Barrierefreiheit: gilt das auch für dich?

Seit dem 28. Juni 2025 fallen Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz — Onlineshops also ausdrücklich. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen unter zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Viele meiner Kunden fallen darunter, aber nicht alle: Was das BFSG verlangt.

Wann lohnt sich ein Onlineshop — und wann nicht?

Ein Onlineshop lohnt sich, wenn du ein Produkt versendest, das ohne Beratung gekauft wird, und daran genug verdienst, um Verpackung, Versand, Retouren und Zahlungsgebühren zu tragen. Fehlt eine der Bedingungen, wird der Shop zum Hobby mit Buchhaltung.

Gegen einen Shop spricht es, wenn dein Angebot erklärungsbedürftig ist, der Preis von Maß, Aufwand oder Ortstermin abhängt oder du vor allem regional verkaufst. Ein Möbeltischler, eine Kanzlei oder ein Fahrradladen mit Werkstatt verdient am Gespräch, nicht am Warenkorb. Dort ist eine Website mit gutem Anfrageformular der stärkere Hebel — und ein Bruchteil des Aufwands.

Der Mittelweg ist oft eine professionelle Website mit einem kleinen Produktbereich für die Artikel, die du wirklich verschickst, plus Abholung im Laden. Für den Einzelhandel im Sauerland ist das meist die ehrlichere Rechnung — mehr dazu unter Webdesign für Einzelhandel.

Wie ich Shop-Projekte angehe — und wo meine Grenze liegt

Ich baue Websites aus Code statt aus Baukästen, mit Festpreis und einem einzigen Ansprechpartner: mir. Bei Shops begleite ich kleine und mittlere Projekte — Systemauswahl, Aufbau, Einbindung der Rechtstexte, Struktur und Sichtbarkeit bei Google. Und ich sage dir, wenn dein Vorhaben besser bei jemandem aufgehoben ist, der den ganzen Tag nichts anderes macht: Eine Shopware-Migration mit Warenwirtschaftsanbindung und vierstelliger Artikelzahl gehört dazu.

Meine Festpreis-Pakete liegen zwischen 990 und 2.690 Euro, den genauen Preis nenne ich dir nach einem kostenlosen Erstgespräch — was in welchem Paket steckt, steht auf Website erstellen lassen zum Festpreis. Und wenn du erst sehen willst, wie dein Auftritt aussehen könnte: Den Live-Entwurf bekommst du innerhalb von 24 Stunden, kostenlos und ohne Verpflichtung.

FAQ: Häufige Fragen zu Shopsystemen

Welches Shopsystem ist für kleine Unternehmen das richtige?

Für kleine Unternehmen mit überschaubarem Sortiment sind in der Praxis zwei Systeme die realistische Wahl: Shopify, wenn du dich möglichst wenig um Technik kümmern willst und bereit bist, dauerhaft Miete zu zahlen, oder WooCommerce, wenn dir Datenhoheit wichtiger ist und du die regelmäßige Pflege eingeplant hast. Shopware lohnt sich erst bei größeren Sortimenten, Kundengruppen mit eigenen Preisen oder einer Anbindung an die Warenwirtschaft. Baukasten-Shops sind als Test geeignet, aber nicht als Dauerlösung, weil der spätere Umzug Daten und Sichtbarkeit kostet. Entscheidend ist am Ende weniger die Software als die ehrliche Antwort auf die Frage, wer den Shop nach dem Livegang pflegt, Bestellungen bearbeitet und Produktdaten aktuell hält. Ein System, das niemand betreut, wird unabhängig vom Hersteller zum Problem — und zwar meistens im zweiten Jahr.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Shopify und WooCommerce?

Der wichtigste Unterschied ist Mieten gegen Besitzen. Shopify ist gehostete Software: Der Anbieter stellt Server, Updates und Sicherheit, du zahlst monatlich, und der Shop existiert nur so lange, wie du zahlst. WooCommerce läuft auf deinem eigenen Hosting, die Datenbank gehört dir, du kannst jederzeit exportieren und umziehen — dafür bist du für Updates, Backups und Sicherheit selbst verantwortlich oder musst jemanden damit beauftragen. Daraus folgt alles Weitere: Shopify ist schneller startklar und im Aufwand planbarer, WooCommerce ist flexibler und unabhängiger, aber pflegeintensiver. Auch die Rechtspflichten unterscheiden sich im Weg dorthin, weil Shopify aus einem anderen Rechtsraum kommt und für Widerrufs- und Preisangaben meist zusätzliche Erweiterungen braucht. Bei den Kosten verschiebt sich das Verhältnis über die Jahre: Shopify kostet laufend Miete und App-Gebühren, bei WooCommerce sind Wartung und Hosting die dauerhaften Posten.

Kann ich meinen Onlineshop später in ein anderes System umziehen?

Umziehen geht fast immer, aber wie teuer es wird, entscheidet das System, aus dem du kommst. Produktdaten, Kunden und Bestellungen lassen sich aus Shopify, WooCommerce und Shopware sauber exportieren und übernehmen. Design, Seitenaufbau und individuelle Funktionen werden dagegen nicht mitgenommen, sondern neu gebaut — das ist der eigentliche Kostenblock. Bei Baukasten-Shops ist der Export am unvollständigsten, dort verlierst du oft mehr als nur das Layout. Der am meisten unterschätzte Punkt sind die URLs: Ändern sich die Adressen deiner Produktseiten ohne saubere Weiterleitungen, verlierst du die Google-Sichtbarkeit, die du dir über Jahre aufgebaut hast. Deshalb gehört zu jedem Umzug eine vollständige Liste aller alten Adressen mit dem passenden neuen Ziel, dazu ein Vorher-Nachher-Blick auf die Rankings. Wer das plant, merkt vom Wechsel wenig; wer es weglässt, merkt es an den Bestellungen.

Welche Rechtstexte und Pflichtfunktionen braucht ein deutscher Onlineshop?

Ein Onlineshop in Deutschland braucht mindestens Impressum nach § 5 DDG, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular sowie klare Angaben zu Versand, Lieferzeit und Zahlung. Dazu kommen Pflichtfunktionen: der eindeutig beschriftete Bestellbutton nach § 312j BGB, seit dem 19. Juni 2026 der Widerrufsbutton nach § 356a BGB, ein Cookie-Banner nach § 25 TDDDG und bei Abos der Kündigungsbutton nach § 312k BGB. Bei den Preisen gilt die Preisangabenverordnung mit Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer, Versandkostenhinweis und Grundpreis, bei Rabatten zusätzlich der niedrigste Preis der letzten 30 Tage. Je nach Ware kommen Produktsicherheitsangaben nach der GPSR und die Registrierung im Verpackungsregister LUCID hinzu. Entfallen ist dagegen der Hinweis auf die EU-Streitschlichtungsplattform. Stand dieser Übersicht: September 2026. Das ersetzt keine Rechtsberatung — lass Rechtstexte und Sortiment von einem Fachanwalt oder einem geprüften Rechtstexte-Dienst abnehmen.

Muss mein Onlineshop barrierefrei sein?

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, und ein Onlineshop fällt ausdrücklich darunter. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Viele kleine Händler fallen unter diese Ausnahme, dauerhaft verlassen sollte man sich darauf aber nicht: Ein wachsender Betrieb kann die Grenze überschreiten und muss dann nachrüsten, und zwar am laufenden Shop. Unabhängig von der Pflicht ist Barrierefreiheit im Shop selten verschenkte Arbeit. Ausreichende Kontraste, bedienbare Formulare, sinnvolle Beschriftungen, Tastaturbedienung und Fehlermeldungen, die man versteht, helfen auch Kunden mit kleinem Bildschirm, schlechtem Licht oder wenig Geduld — also praktisch jedem, der abends im Bett bestellt. Beim Neubau kostet das kaum extra, nachträglich deutlich mehr.

Fazit: Erst das Geschäftsmodell, dann das System

Die Systemfrage ist die zweite Frage. Die erste lautet: Wird dein Produkt online ohne Gespräch gekauft, und trägt die Marge den Versand? Wenn ja, wähle nach Sortimentsgröße, Pflegebereitschaft und Datenhoheit — und plane die Rechtspflichten von Anfang an ein. Wenn nein, spar dir den Shop und bau die Website, die Anfragen bringt.

Unsicher, welcher Weg für deinen Betrieb der richtige ist? Schreib mir kurz, was du verkaufst und an wen. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung — auch wenn sie lautet, dass du keinen Shop brauchst: Kontakt aufnehmen.