Wenn ein Betrieb bei mir im Erstgespräch sitzt und sagt „uns findet keiner bei Google“, ist die Ursache erstaunlich oft dieselbe: Es gibt schlicht keinen Eintrag. Keine Website-Frage, keine SEO-Frage — der Betrieb existiert in Googles Karte einfach nicht. Und der Eintrag, der das ändert, kostet nichts außer einer knappen Stunde und etwas Geduld bei der Verifizierung.

Ich bin Freelancer für Webdesign und SEO in Kierspe und richte diese Profile regelmäßig für Handwerksbetriebe, Kanzleien, Praxen und Gastronomen aus dem Märkischen Kreis ein. Diese Anleitung beschreibt das Anlegen von null an. Wenn dein Profil schon läuft und du es besser machen willst, ist der passende Text der über das Optimieren eines bestehenden Google-Unternehmensprofils.

Wie erstelle ich ein Google Unternehmensprofil?

Ein Google Unternehmensprofil erstellst du kostenlos über google.com/business, indem du dich mit einem Google-Konto anmeldest, deinen echten Firmennamen eingibst, eine Kategorie wählst, Adresse oder Einzugsgebiet festlegst, Telefonnummer und Website hinterlegst und anschließend die Verifizierung durchführst. Erst nach dieser Bestätigung ist dein Eintrag öffentlich sichtbar — vorher liegt er nur in deinem Konto.

Das Formular selbst dauert etwa zwanzig Minuten. Der längere Teil ist die Verifizierung: Je nach Verfahren vergehen dabei ein Tag bis zwei Wochen. Deshalb legst du das Profil besser einen Monat vor der Eröffnung an als eine Woche danach.

Was brauche ich, bevor ich anfange?

Bevor du den Assistenten öffnest, solltest du fünf Dinge beisammen haben: ein Google-Konto, das dauerhaft zum Unternehmen gehört, deinen exakten Firmennamen, eine Adresse oder ein klar umrissenes Einzugsgebiet, eine Telefonnummer, unter der wirklich abgehoben wird, und eine Website-Adresse.

AngabeWorauf es ankommtSpäter änderbar?
Google-KontoFirmenadresse, nicht privat, nicht die eines MitarbeitersJa, über Inhaberwechsel
FirmennameExakt wie auf Schild, Rechnung und Fahrzeug — ohne KeywordsJa, mit Prüfung
Adresse / EinzugsgebietEchter Ort mit echter Präsenz, kein virtuelles BüroJa, löst oft neue Verifizierung aus
TelefonnummerErreichbar, identisch mit der Nummer auf deiner WebsiteJa
WebsiteBelegt, dass es den Betrieb gibt, und fängt die Anfrage aufJa

Der Punkt mit dem Google-Konto wird unterschätzt. Ein Profil, das an der privaten Mailadresse eines ausgeschiedenen Mitarbeiters hängt, zurückzuholen kostet Wochen. Leg lieber gleich eine Adresse an, die dem Betrieb gehört.

Eine Website ist formal keine Pflicht, praktisch aber der Unterschied zwischen „gefunden werden“ und „beauftragt werden“. Google zieht die verlinkte Seite als Beleg dafür heran, dass Name, Adresse und Leistungen echt sind. Wie so eine Seite bei mir aussieht und was sie kostet, steht auf der Seite zu meinen Festpreis-Paketen für Websites.

Darf ich überhaupt ein Profil anlegen?

Ein Google Unternehmensprofil darf jedes Unternehmen anlegen, das persönlichen Kundenkontakt hat — entweder an einem festen Standort während der Öffnungszeiten oder beim Kunden vor Ort. Reine Online-Shops ohne Ladenlokal, Briefkastenfirmen, Postfächer und Coworking-Schreibtische ohne dauerhafte Beschilderung fallen raus.

Google prüft nicht deine Firmierung, sondern die physische Realität dahinter: Steht ein Schild da? Gibt es ein beschriftetes Fahrzeug? Lässt sich der Ort betreten? Wer diese Fragen mit Ja beantworten kann, kommt durch die Verifizierung ohne Drama.

Wie lege ich das Profil Schritt für Schritt an?

Der Assistent gibt dir sieben Schritte in dieser Reihenfolge vor. Ich gehe sie einzeln durch und sage dazu, wo Betriebe stolpern.

Schritt 1: Google-Konto vorbereiten

Leg dir ein Google-Konto an, das dauerhaft zum Unternehmen gehört, nicht deine private Mailadresse aus der Schulzeit und nicht das Konto eines Mitarbeiters, der in zwei Jahren weg ist.

Schritt 2: Firmennamen eingeben und prüfen, ob es das Profil schon gibt

Tipp deinen echten Firmennamen ein. Schlägt Google einen bestehenden Eintrag vor, beanspruchst du diesen, statt ein zweites Profil zu erstellen.

Schritt 3: Primärkategorie wählen

Wähle die Kategorie, die dein Hauptgeschäft am genauesten beschreibt. Sie entscheidet mit darüber, bei welchen Suchanfragen du überhaupt auftauchen kannst.

Schritt 4: Ladengeschäft oder Einzugsgebiet festlegen

Gib eine Adresse an, wenn Kunden zu dir kommen. Arbeitest du beim Kunden vor Ort, wählst du das Einzugsgebiet und blendest die Adresse aus.

Schritt 5: Telefonnummer und Website eintragen

Trag die Nummer ein, unter der wirklich jemand abhebt, und verlinke deine Website. Beides muss mit den Angaben auf deiner Seite übereinstimmen.

Schritt 6: Verifizierung durchführen

Google bietet dir je nach Branche und Standort Video, Postkarte, Telefon oder E-Mail an. Erst nach der Bestätigung wird dein Profil öffentlich sichtbar.

Schritt 7: Grundeinstellungen nach der Freischaltung setzen

Öffnungszeiten, Beschreibung, Leistungen, erste Fotos und die Nachrichtenfunktion einstellen — danach geht es an die laufende Pflege.

Zwischen Schritt 6 und 7 liegt die Wartezeit. Nutz sie, um Fotos zu sortieren und deine Leistungsliste aufzuschreiben.

Ladengeschäft oder Einzugsgebiet — was ist richtig für mich?

Die Faustregel ist einfach: Kommen Kunden zu dir, gibst du eine Adresse an. Fährst du zum Kunden, legst du ein Einzugsgebiet fest und blendest die Adresse aus. Beides gleichzeitig geht nur, wenn dein Standort tatsächlich für Laufkundschaft geöffnet ist.

Fester Standort

Praxis, Kanzlei, Restaurant, Laden, Salon: Adresse eintragen, Öffnungszeiten pflegen, Schild an die Tür. Die Adresse ist hier dein stärkstes lokales Signal, weil Google die Entfernung zum Suchenden bewerten kann.

Einzugsgebiet ohne Publikumsverkehr

Dachdecker, Elektriker, Pflegedienst, mobiler Friseur, IT-Dienstleister: Du gibst beim Anlegen deine Adresse an, weil Google sie für die Verifizierung braucht, blendest sie aber anschließend aus und definierst stattdessen Orte oder Postleitzahlen. Setz das Gebiet realistisch — also die Orte, in die du wirklich fährst, nicht halb Nordrhein-Westfalen. Ein überdehntes Einzugsgebiet macht dich nicht sichtbarer, sondern unschärfer.

Der Mischfall

Werkstatt mit Theke, Bäckerei mit Lieferservice, Physiotherapie mit Hausbesuchen: Adresse behalten und zusätzlich ein Einzugsgebiet definieren. Voraussetzung bleibt, dass an der Adresse zu den angegebenen Zeiten jemand ansprechbar ist.

Wie läuft die Verifizierung ab?

Google bietet dir je nach Branche und Standort eines oder mehrere Verfahren an — frei aussuchen kannst du es dir nicht. Am häufigsten sind diese vier:

  • Video-Verifizierung: Du filmst in einem Rutsch Standort, Ausstattung und deinen Zugang zu nicht-öffentlichen Bereichen. Das dominierende Verfahren, weil es am schwersten zu fälschen ist.
  • Postkarte: Google schickt einen Code an die angegebene Adresse. Dauert ein bis zwei Wochen, und der Name auf der Karte muss am Briefkasten stehen.
  • Telefon oder SMS: Sofortcode an die hinterlegte Nummer. Wird meist nur bei Branchen mit geringem Missbrauchsrisiko angeboten.
  • E-Mail: Nur, wenn deine Mailadresse auf der Domain der verlinkten Website liegt — ein guter Grund, keine Freemail-Adresse auf der Seite zu haben.

Bei Betrieben ohne Ladenlokal ist die Video-Verifizierung der Normalfall. Geh vorher gedanklich den Weg ab: Schild draußen, Fahrzeug, Werkzeug, Tür aufschließen, Büro, Geschäftspapier mit deinem Namen. Kein Schnitt, keine Pause.

Warum wird ein Profil abgelehnt oder gesperrt?

Abgelehnt wird ein Profil fast immer aus einem von fünf Gründen: Keywords im Firmennamen, eine Adresse ohne echte Präsenz, mehrere Profile an derselben Anschrift, eine Kategorie, die nicht zum Geschäft passt, oder ein Verifizierungsvideo, das den Zusammenhang zwischen dir und dem Ort nicht belegt.

Der mit Abstand häufigste davon ist der Firmenname. „Müller Elektrotechnik“ geht durch, „Müller Elektrotechnik Elektriker Lüdenscheid Notdienst“ nicht. Der Reiz ist verständlich, der Schaden aber größer als der kurzfristige Effekt: Google kann das Profil ohne Vorwarnung sperren, und eine Sperre trifft dich meistens dann, wenn du sie am wenigsten brauchen kannst. Deine Ortsbezüge bringst du stattdessen über Kategorien, Leistungen, die Beschreibung und deine Website unter — dazu mehr im Leitfaden für lokales SEO.

Wenn es passiert ist: Ursache beheben, dann Einspruch mit Belegen. Gewerbeanmeldung, Handwerkskarte, ein Foto der Beschilderung, eine Rechnung mit Geschäftsadresse. Sachlich und vollständig — nicht diskutieren, sondern beweisen.

Was stelle ich direkt nach der Freischaltung ein?

Nach der Freischaltung solltest du innerhalb der ersten Woche sechs Dinge erledigen, weil ein halb gefülltes Profil kaum besser wirkt als gar keins: Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, eine Beschreibung in eigenen Worten, deine Leistungen als Einzelposten, mindestens zehn eigene Fotos, die Nachrichtenfunktion nur aktivieren, wenn du sie auch liest, und den Link auf deine Website prüfen.

Fotos sind dabei der Hebel, den am wenigsten Betriebe nutzen. Eigene Bilder von Werkstatt, Team, Fahrzeug und fertigen Arbeiten schlagen jedes Stockfoto — sie beantworten die stille Frage „gibt es die wirklich?“ in einer Sekunde. Sobald das steht, kümmerst du dich um Bewertungen: Wie du systematisch und rechtssicher danach fragst, steht im Artikel über das Sammeln von Google-Bewertungen.

Und ein Punkt, der immer wichtiger wird: Dieselben Profildaten füttern inzwischen auch die KI-Antworten, die viele Leute statt einer klassischen Suche benutzen. Wie sich das auf lokale Betriebe auswirkt, habe ich unter KI-Suche und lokale Unternehmen aufgeschrieben.

Häufige Fragen zum Erstellen eines Google Unternehmensprofils

Wie lange dauert es, bis mein Google Unternehmensprofil sichtbar ist?

Sichtbar wird dein Google Unternehmensprofil erst nach der Verifizierung — vorher existiert es nur in deinem Konto, nicht in der Suche. Wie lange das dauert, hängt vom Verfahren ab: Eine Verifizierung per Telefon oder E-Mail ist oft am selben Tag durch, die Video-Verifizierung wird meist innerhalb weniger Werktage geprüft, und die Postkarte braucht allein auf dem Postweg etwa ein bis zwei Wochen. Nach der Freischaltung dauert es noch einmal ein paar Tage, bis dein Eintrag in der Kartenansicht und im lokalen Suchergebnis stabil auftaucht. Rechne realistisch mit zwei bis vier Wochen von der Anmeldung bis zu den ersten Anrufen über das Profil. Plane das ein, wenn du eine Eröffnung oder eine Kampagne vorbereitest, und leg das Profil lieber ein paar Wochen zu früh an als zu spät.

Was mache ich, wenn mein Unternehmen bei Google schon eingetragen ist?

Wenn Google dein Unternehmen beim Anlegen bereits vorschlägt, erstellst du kein zweites Profil, sondern beanspruchst das vorhandene. Solche Einträge entstehen automatisch aus Branchenverzeichnissen, Kartendaten oder Nutzerbeiträgen, ohne dass du je etwas gemacht hast. Du klickst den Vorschlag an und führst dieselbe Verifizierung durch wie bei einem neuen Profil. Gehört der Eintrag schon jemandem — etwa einer früheren Agentur, einem ausgeschiedenen Gesellschafter oder einem Portal —, zeigt Google dir eine anonymisierte E-Mail-Adresse des Inhabers an und du kannst den Zugriff anfordern. Reagiert niemand innerhalb der Frist, kannst du die Inhaberschaft beantragen. Ein zweites Profil anzulegen ist in dieser Lage der schlechteste Weg: Doppeleinträge konkurrieren gegeneinander, verteilen deine Bewertungen und werden von Google irgendwann zusammengelegt oder gesperrt.

Wie läuft die Video-Verifizierung bei Google ab?

Bei der Video-Verifizierung nimmst du mit dem Handy ein durchgehendes, ungeschnittenes Video auf, das drei Dinge belegt: deinen Standort, deine Ausstattung und dass du der Inhaber bist. Standort heißt Straßenschild, Hausnummer, Schaufenster oder Firmenschild von außen. Ausstattung heißt Werkstatt, Fahrzeug mit Beschriftung, Werkzeug, Behandlungsraum, Theke oder Lager — eben das, womit du wirklich arbeitest. Inhaberschaft belegst du, indem du im selben Video Zugang zu nicht-öffentlichen Bereichen zeigst, etwa das Aufschließen der Tür, das Büro oder Geschäftspapiere mit deinem Firmennamen. Die Aufnahme darf nicht unterbrochen werden, du sollst also in einem Rutsch von draußen nach drinnen laufen. Ein Mensch oder eine automatische Prüfung sieht sich das an, deshalb lohnt es sich, vorher einmal durchzugehen, was du zeigen willst.

Was tue ich, wenn Google mein Profil ablehnt oder sperrt?

Wenn Google dein Profil ablehnt oder sperrt, hilft kein zweiter Anlauf mit demselben Fehler, sondern das Beheben der Ursache und ein Einspruch über das offizielle Formular. Sieh dir zuerst an, was gegen die Richtlinien verstieß: ein Firmenname mit Keywords wie Elektriker Kierspe statt des echten Namens, eine Adresse ohne echte Präsenz, ein virtuelles Büro, eine Postfachadresse, mehrere Profile an derselben Anschrift oder eine Kategorie, die nicht zum Geschäft passt. Diese Punkte korrigierst du, bevor du Einspruch einlegst. Dem Einspruch legst du Belege bei, die den Betrieb greifbar machen: Gewerbeanmeldung, Handwerkskarte, Rechnung mit Geschäftsadresse, Fotos der Beschilderung, ein Fahrzeugfoto. Sachlich, vollständig, ohne Diskussion über die Regeln. Das dauert manchmal mehrere Runden, führt aber deutlich häufiger zum Ziel als ein neues Profil.

Kann ich Name, Adresse und Kategorie später noch ändern?

Ja, alle drei Angaben lassen sich ändern — aber jede Änderung löst bei Google eine erneute Prüfung aus, und die kann unterschiedlich lange dauern. Kategorien und Öffnungszeiten sind meist schnell übernommen. Beim Firmennamen ist Google empfindlich, weil genau dort am häufigsten Keywords hineingeschmuggelt werden; kleine Korrekturen gehen durch, größere Umbenennungen brauchen manchmal einen Nachweis. Eine Adressänderung ist der größte Eingriff, weil sie deinen Standort und damit deine lokale Sichtbarkeit verschiebt — oft folgt eine neue Verifizierung. Deshalb lohnt es sich, Name, Adresse und Primärkategorie gleich beim Anlegen richtig zu setzen statt nachträglich zu reparieren. Wenn du umziehst, änderst du die Adresse im bestehenden Profil, statt ein neues anzulegen: So bleiben Bewertungen und Verlauf erhalten.

Fazit: eine Stunde Arbeit, die dauerhaft trägt

Das Anlegen selbst ist unspektakulär — eine gute Stunde, verteilt auf Formular und Wartezeit. Entscheidend sind die drei Weichen, die du dabei stellst: der echte Firmenname, die richtige Primärkategorie und die ehrliche Antwort auf die Frage, ob Kunden zu dir kommen oder du zu ihnen fährst. Wer diese drei sauber setzt, hat später kaum Ärger. Wer sie schlampig setzt, repariert monatelang.

Wenn du in Kierspe, Lüdenscheid, Halver, Meinerzhagen oder Umgebung sitzt und das nicht selbst machen willst: Ich richte das Profil im Rahmen eines Website-Projekts mit ein — ohne Zusatzposten, weil Profil und Website ohnehin zusammengehören. Mehr dazu unter Webdesign Kierspe, oder du schreibst mir direkt: Kontakt aufnehmen. Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.